WaidmannsDank, Stil kann man kaufen

Ostwestfälisches Start-Up glänzt mit modernen Trophäenplatten

Brakel, Düsseldorf, Bellersen das sind die bisherigen Stationen im Leben von Jana-Christin Oeynhausen. Nicht gerade typisch so ein Lebenslauf, sollte man meinen. Doch die sympathische Jungjägerin steht voll hinter ihrer Entscheidung für das Landleben in Ostwestfalen und feiert erste Erfolge mit ihrem noch jungen Unternehmen WaidmannsDank.

Die Idee

Für junge Jäger in der etablierten Gesellschaft älterer Jagdkollegen ist es trotz Generationenwechsel nicht immer leicht. Während sich die Bekleidungsindustrie bereits der neuen Zielgruppe angenommen hat, mit Farben experimentiert, moderne Schnitte und Jagdkleidung für Frauen anbietet, ist diese Vielfalt bei der Trophäenpräsentation lange ausgeblieben. Schnitzereien und barocker Stil sehen zweifelsfrei schick aus, passen aber selten in die moderne Wohnungseinrichtung junger Jäger. Das dachte sich auch der Freund von Jana-Christin eines Tages und überraschte seine Partnerin mit einer eigens entworfenen Trophäenplatte in modernem Design. Der Tischlermeister und Holztechniker, Juniorchef im eigenen Familienbetrieb, ist selber kein Jäger. „Jedem sein eigenes Hobby“ erklärt der begeisterte Tüftler. Und doch haben die beiden eine Nische gefunden, in der sie gemeinsam ihr jeweiliges Hobby zum Beruf machen. Denn der erste Prototyp kommt im Bekanntenkreis so gut an, dass schnell die Idee zu einer ganzen Produktpalette geboren ist.

Jana, die nach ihrem Master im Marketing bei Global Playern zunächst in Düsseldorf und dann in Paderborn beschäftigt ist, hat bereits früh den Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit. Den Wechsel nach Paderborn sieht sie heute als schicksalhafte Entscheidung, da die Firma kurze Zeit später übernommen wird und etliche Arbeitsplätze, darunter auch ihrer, wegfallen. Die freie Zeit nutzt sie um den schon lange geplanten Jagdschein zu machen. Das Interesse ist ihr von der jagdlich geprägten Familie bereits in die Wiege gelegt worden, allerdings lagen Janas Schwerpunkte bis dahin hauptsächlich in der unternehmerischen Karriereplanung.

Gummistiefel statt Pumps

Zurück in der Heimat wird Janas Interesse für Jagd und Natur neu geweckt. Als die ersten klassisch aufgesetzten Trophäen in der gemeinsamen Wohnung bei ihrem Freund Jonas nicht auf Gegenliebe stoßen, ist das der berühmte Stein der ins Rollen gebracht wird. Zunächst in Eigeninitiative entwickelt er seine erste Trophäenplatte. Schnell steckt er Jana mit der Idee an und beide designen in der benachbarten Werkstatt Prototypen für Rehbock, Damhirsch, Rothirsch, Keilerwaffen, Muffel- und Gamswild. Mit minimalistischem Design und individuellen Anpassungsmöglichkeiten interpretieren die beiden die alte Tradition der Trophäenausstellung in Wohnräumen neu. Wichtig ist ihnen dabei, dass nur hochwertige Materialien verwendet werden und der komplette Fertigungsprozess in Deutschland stattfindet.

Fast in Eigenregie, mit nur wenig Starthilfe durch das Jobcenter, gründet Jana im August 2017 schließlich die Firma WaidmannsDank. Die Aufgabenteilung ist klar definiert – Jonas als Praktiker übernimmt die Entwicklung und Fertigung der Platten während Jana Marketing, Vertrieb und Kundenservice abdeckt. Es folgen einige Jagdmessen, unter anderem die Jagd und Hund in Dortmund, bei denen WaidmannsDank auf sich aufmerksam machen kann. So trudeln schnell die ersten Aufträge ins Haus. Die Ansiedelung im Premiumsegment geht mit hohen Ansprüchen der Kundschaft einher, die Jana gerne mit persönlicher Beratung und individuellen Anpassungen erfüllt.

Das Produkt

Die Platten zeichnen sich durch klare Linien und hochwertige Materialien aus. Verschiedene Farben und Holzarten können je nach Wunsch kombiniert werden. Zur Auswahl stehen die Edelhölzer Cocobolo, Ebenholz, Mooreiche, Wurzelholz und Zebrano sowie diverse hochglänzende Lackfarben, Blattsilber und Blattgold.  Auch die Größe und Form kann angepasst werden, so dass auch abnorme Trophäen – häufig doch die interessantesten – entsprechend in Szene gesetzt werden können. Besonders beliebt ist laut Jana die Platte für den Rothirsch und als Material das Wurzelholz. Aber auch Bestellungen für Elch und Warzenschwein sind inzwischen keine Besonderheiten mehr.

„Das langwierigste bei der Fertigung ist die Lackierung“, erklärt Jonas, der in der Werkstatt tatkräftig von seinem Vater unterstützt wird. Drei Schichten Lack die jeweils austrocknen und dann poliert werden müssen. Nicht der kleinste Kratzer wird dabei von den beiden Holzfachmännern toleriert. Damit den guten Stücken nichts passiert, erfolgt der Versand in maßgefertigter Kartonage. Das Aufsetzen wird von einem Präparator oder dem Kunden selbst  übernommen. „Wenn Kunden mir Fotos von den fertigen Trophäen zu Hause schicken, ist das die schönste Bestätigung für unsere Arbeit“ berichtet Jana.

Für ihren erfolgreichen Unternehmensaufbau in der ländlichen Heimat ist Jana erst kürzlich vom Kreis Höxter zur Botschafterin ihrer Region ernannt worden. In naher  Zukunft plant sie die Entwicklung eines B2B Konzeptes, um die direkte Zusammenarbeit mit Einzelhandel und Präparatoren zu ermöglichen. Bei so viel persönlichem Engagement wird auch dieser Schritt sicher ein Erfolg.

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